ABBA scheint mich zu verfolgen! Erst das schlechte Medley auf dem Booz Cruise und jetzt waren sie auch noch mit im Outback. Naja, nicht ganz, aber fast! Am Samstagmorgen brachten Stefan und ich unser rollendes Hotel (aka Apollo Adventure Camper) wieder zurück und verabschiedeten uns schweren Herzens von unserem Gefährt, das uns drei Wochen und ca. 5.000 km lang ein zuverlässiges Transportmittel und eine komfortable Unterkunft gewesen war. Kein Reifenwechsel, keine Panne, nichts – echt super! Danach ging es für uns beide zum Flughafen: Stefan fuhr für zwei weitere Tage noch mal nach Perth rein und für mich ging der Flieger nach Alice Springs. Outback, here I come!

Boomerang Reisen hatte mich netterweise auf eine Tour gebucht, sodass ich mich im Vorfeld um nichts kümmern musste. Nach einem kurzen Telefonat mit der Agentur wusste ich, dass ich Sonntagmorgen um 05:45 Uhr (autsch) abgeholt werde und alles war geklärt! Punkt 05:50 Uhr stand der Allrad-Truck vor der Hoteltür, gemeinsam mit Joe, unserem Guide für die nächsten fünf Tage. Ein Crocodile Dundee, wie er im Buche steht J Cooler Typ!

Die Tour sei ausgebucht, meinte Joe – sehr gut, bei insgesamt 16 Leuten sind bestimmt einige sympathische Weggefährten dabei. Ich wurde als erste abgeholt. Nächster Stopp: Der Schock! J Von den 15 weiteren Leuten sind mindestens acht nicht mehr berufstätig – und das seit einigen Jahren nicht mehr… Darunter auch zwei schwedische Pärchen, die wirklich aussahen wie ABBA und dazu noch sehr nett waren. Die nächsten beiden waren auch schon ein wenig älter, sodass meine Hoffnung beim letzten Stop lag und jaaaaa, zwei Mädels hüpften in unseren Seniorenbus.

Insgesamt waren wir 16 Leute und die ältere Generation (und leider auch Marleen und Renske) war nur die ersten drei Tage mit dabei, sodass wir an den letzten beiden Tagen inklusive Joe nur noch zu fünft waren – und das war richtig, richtig cool, fast schon eine Privattour. Aber alles der Reihe nach!

Tag 1

Nachdem Joe all seine Schäfchen eingesammelt hatte, ging es über den Stuart Highway von Alice Springs zum ersten Stop: Das Roadhouse Stuart Well. Dort hätten wir direkt frühstücken können, aber um 07:00 Uhr morgens sagte mir wieder der Krokodil- noch der Kamel-Burger zu (Arndt, falls du das hier liest – wir holen die Burger nach ;-)). Und den Känguru-Burger konnte ich dort definitiv nicht essen, hatten sie doch ein kleines Baby-Känguru dort zur Aufzucht, weil die Mutter entweder überfahren oder sonstwie leider das Zeitliche gesegnet hatte. Das Junge wohnt jetzt als Beutelersatz in einem Handtuch – extrem süß! Weiter ging es zum nächsten Roadhouse „Mt. Ebenezer“ und auch zum nächsten „Curtin Springs“. Diese Roadhouses sind in der Regel Cattle Stations, die dazu noch Tourismus betreiben und für uns waren es Pipibox-Pausen, Wasser-Nachschub-Lieferanten und dazu noch ziemlich interessant, was es mitten in der Wildnis so zu tun und kaufen gibt. Teuer ist es da, so viel sei gesagt!

Nach ca. 7 Stunden seit Abholung im Hotel kamen wir dann auch schon am Tageshighlight an: „Ayers Rock“ oder in der Sprache der Aboriginies „Uluru“. Und ich sage ganz bewusst Tageshighlight, denn es war für mich, erstaunlicher Weise, nicht das Highlight der gesamten Tour (so wie ich es erwartet hätte). Dieser Stein, mitten im Nichts, in einer der wenigen noch heute existierenden Wildnissen der Erde, ist aber durchaus sehr beeindruckend! Plötzlich taucht er einfach auf, aus dem Nichts, riesig groß und definitiv nicht zu übersehen. Immerhin liegt der Inselberg in einer Ebene, ist 348 m hoch, 3 km lang und 2 km breit. Theoretisch kann man den Berg auch besteigen, aber die Aborigines, für die „Uluru“ als Heiliger Berg gilt, bitte darum, dies nicht zu tun. Wahrscheinlich wäre das so, als wenn man den Berliner KitKat Club in den Petersdom verlegen würde… Entsprechend sind wir nur am Fuße des Berges unterwegs gewesen. Die lokalen Aborigines in der Gegend, die Anangu, erzählen verschiedene Legenden aus der „Dreamtime“ (Mythologie der Ureinwohner) zur Entstehung des Berges, die hier den Rahmen sprengen würden. Bei Interesse hilft Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/uluru) J Seit dem 26.10.1985 gehört Uluru wieder ganz offiziell den Aborigines, die das Land an die australische Regierung verpachtet haben. Wie gesagt, wir haben ganz viel darüber erfahren, sprengt aber den Rahmen. Nach einer ausgiebigen Erkundung der Gegend, des Berges und des Cultural Centres ging es dann zum Abendessen und Schlafen in unser Camp in Yulara, einer kleinen „Stadt“ in der Nähe des Berges – und mit Blick auf den Berg. Vom Wetter wurden wir belohnt und bestraft: Die Sonne kam nicht raus und wir hatten keinen wahnsinnigen Postkartensonnenunter- oder aufgang. Dafür war es aber auch nicht ganz so heiß. Das Camp war meiner Meinung nach super! Die ältere Generation sah das etwas anders, aber einfache Buschbetten in Safarizelten ist wohl auch nicht für Jedermann. Ich habe ganz hervorragend geschlafen und Joe zauberte uns ein super leckeres und scharfes Känguru-Chili con Carne!

 

Tag 2

Wieder ging es früh hoch: Um 5 Uhr klingelte der Wecker. Denn was wir da noch nicht wussten: Es würde leider keinen spektakulären Sonnenaufgang geben L Nichtsdestotrotz war der Ausblick auf den Ayers Rock am frühen Morgen beeindruckend und nach dem Frühstück fuhren wir zu unserem nächsten Ziel. Zu den „Olgas“ (nicht zu verwechseln mit den Ogers). Denn neben Uluru gibt es im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark noch eine weitere Gruppe von insgesamt 36 Bergen, die ca. 30 km von Uluru entfernt liegen und von denen ich – ehrlicher Weise – noch nicht gehört hatte. Und ich frage mich, warum?!!?!? Denn „Kata Tjuta“ – der einheimische Name der Olgas, ist der Wahnsinn! Deswegen war ich im Nachhinein auch froh, dass wir dort eine Wanderung gemacht haben und nicht den Base Walk am Uluru selbst. Ich fand den Namen „The Olgas“ sehr merkwürdig und dieser stammt daher, dass eine recht reiche Dame aus dem Adel wohl recht viel Zeit hatte… wenn man eben reich heiratet, hat man Zeit für andere Dinge… ;-) Die Berge sind nach der Königin Olga von Württemberg benannt, da sich der europäische Entdecker – Ernest Giles – wohl ganz gut mit ihr verstand. Was auch immer das heißen mochte, was Joe uns da erzählt hat… Nach einer kleinen Wanderung hatten wir einen fantastischen Aussichtspunkt erreicht und haben wie die Irren Bilder gemacht. Einfach toll! Danach gab es frisch gebratene Burger zum Mittag, bevor es auf eine lange Fahrt in den Bus ging. Nächste Ziel: King´s Creek Station in der Nähe des King´s Canyon. Denn das Outback besteht nicht nur aus Uluru – es hat soooo viel mehr zu bieten und ich bin echt froh, dass ich ganze fünf Tage dort hatte. Auf dem Weg zum Camp mussten wir noch Feuer sammeln: Laut Joe für die heiße Dusche (wer bitte braucht bei 35 Grad warmes Wasser in der Dusche?!?!) und für das Essen… die Augen der Senioren weiteten sich… Ja! Es gab ein Klo mit Aussicht (siehe Bilder) und eine Dusche mit Aussicht (siehe Bilder). Es war echt super einfach und total abgelegen, aber genau das machte es so cool! Und am Abend zauberte uns Joe wieder ein total leckeres Essen – mitten im Nichts! Das ist der Vorteil, wenn der Guide gelernter Koch ist!

 

Tag 3

Heute ging der Wecker spät: 5:15 Uhr… Wenn das so weitergeht, dann entwickele ich mich noch zum Frühaufsteher (ehhh… eher nein…). Aber: Es war sonnig und wandern in der Hitze einfach nicht machbar! Also mussten wir früh hoch, damit wir zum King´s Canyon kamen! 6 km in einer total beeindruckenden Landschaft! Wer erwartet mitten im Outback schon Schluchten, Berge, Wasserlöcher und so vieles mehr? Auf den Wanderungen waren wir meist nur zu siebt, sodass wir unser Tempo gut gemeinsam laufen und Joe bei seinen echt interessanten und lehrreichen Ausführungen gut zuhören konnten! Der King´s Canyon liegt im Watarrka-Nationalpark und bildet den westlichsten Teil der George Gill Range. Wir sind einmal komplett oben um die Schlucht herum gelaufen – total toll! Hier sprechen wahrscheinlich die Bilder für sich!

Zudem muss ich jetzt dringend los – sitze in Sydney in meiner airbnb Unterkunft und habe fürchterliche Hummeln im Hintern! Fortsetzung der letzten beiden Tage im Outback folgt also noch!