Shark Bay – wir hatten uns sehr darauf gefreut. Auch deshalb, weil ich dort zu einer Didgeridoo Dreaming Night Tour eingeladen worden war. Wie immer hatte ich mich nicht richtig detailliert informiert und auch hier war das genau richtig so. Denn zu hohe  Erwartungen werden meist nicht erfüllt und wenn man gar keine hat, dann freut man sich hinterher doppelt. So viel sei gesagt: Wer in Shark Bay (Denham) ist, der sollte auf jeden Fall mindestens eine Tour mit Capes von Wula Guda Nyinda (http://www.wulaguda.com.au) machen!!!

Darren „Capes“ Capewell ist ein Unikat! Er hat es sich zum Ziel gesetzt, seinen „Kunden“ eine ganzheitliche Geschichte zu erzählen – und zwar die aus Sicht eines waschechten Aborigines. Innerhalb eines Abends und des darauffolgenden Tages habe ich mehr über die Kultur dieser Menschen gelernt als in den 36 Jahren zuvor. Und abgesehen davon, dass Capes jede Menge zu berichten weiß, ist er dazu noch ein authentischer, cooler und ziemlich frecher Typ… Als ich zu ihm meinte, dass wir in Kalbarri eine Wanderung wegen der Hitze eh nicht gemacht hätten (der Park war ja aber sowieso geschlossen), kam nur ein trockenenes „Toughen up, Princess“ zurück. Okayyyyyyy….

Meine erste Begegnung mit ihm war erst einmal die, dass er mich vergessen hat… Abholen sollte er mich um 19 Uhr, das war ihm leider entfallen. Doch das konnte den gesamten Abend nicht trüben, denn er hat mich und zwei weitere Australier mit auf diese Tour genommen: http://www.wulaguda.com.au/tour/didgeridoo-dreaming-tour. Die Didgeridoo Dreaming Night Tour. Ich hatte zunächst etwas Sorge, dass es ein Kulturschauspiel für Touristen werden würde, wurde aber eines Besseren belehrt. Dort angekommen, erwartete uns ein Lagerfeuer. Fragezeichen in meinem Gesicht, waren wir doch zwei Stunden vorher erst darüber informiert worden, dass im gesamten Staat von Western Australia ein Fire Ban verhängt worden war. Heißt: Absolutes Feuerverbot. Capes Antwort darauf: „What´s a fire ban?“ Für ihn gelten hier in Shark Bay andere Regeln und er darf offiziell Dinge tun, die sonst eben verboten sind. Das hat er sich hart erarbeitet und wurde für seine Touren sogar schon ausgezeichnet.

Los ging es mit vielen Informationen über die Aborigines hier in Australien, wie sie leben und woran sie glauben. Shark Bay in ihrer Sprache heißt „Gutharraguda“ – Two Waters (zwei Buchten gibt es hier). Insgesamt gibt es 16 Länder der Aborigines in Australien, jedes mit eigenen Regeln, zum Teil eigenen Dialekten etc. Das Didgeridoo darf nur von Männern gespielt werden, Emilia und ich gingen also beim Üben „leer“ aus, was aber vielleicht auch besser so war. Wir durften am Ende in eine überdimensionale Muschel tröten (ging ganz gut) und David war am Didgeridoo so erfolgreich wie ich damals am Klavier… Danach gab es „Abendbrot“. Capes schmiss zwei frisch gefangene, nicht ausgenommene Fische mehr oder weniger ins direkte Feuer und ließ sie brutzeln. Danach schlugen wir ausschließlich mit den Fingern zu und es war saulecker!

Der Abend klang unter einem sternenklaren Himmel aus, warm war´s am Feuer… hatten wir tagsüber schlappe 43 Grad gehabt und gestunken habe ich danach wie eine Räucherfabrik. Es war ein toller Abend! Danke, Capes, für all die Erzählungen, Erklärungen und die mindestens fünf dummen Sprüche, die du mir reingedrückt hast.

Und es war so toll, dass wir am Folgetag eine Kajaktour mit ihm gebucht haben. Dazu aber mehr im nächsten Kapitel unserer Australien-Rundreise!