Die Great Ocean Road sollte ganz klar eines meiner Highlights dieses Urlaubs werden – immerhin gilt sie als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt! Und ich sollte nicht enttäuscht werden, genauso wie die 10.000 Chinesen und Japaner, die mit mir unterwegs waren.

Bevor ich mich in Melbourne auf den Weg machte um die Strecke in den nächsten drei Tagen abzufahren, bin ich noch schnell zum Queen Victoria Market gefahren. GROSSER FEHLER! Schlimme Geldausgabequelle. Am Ende besaß und ich besitze ich zwei Kängurus, einen Boomerang und eine ziemlich teure Ledertasche mehr, die mir quasi durch den Markt zum Ausgang, dann zum Parkautomaten und zum Auto nachgelaufen ist.

Los ging es dann Richtung Torquay – dem östlichen Startpunkt der GOR – und dort ging ich, aufgrund meiner bisher positiven Erfahrungen, erst einmal wieder ins Visitor Center. Auch hier wurde ich umfassend und freundlich beraten und hatte zumindest einen ganz groben Plan als mich die nette Seniorin nach gefühlten 30 Minuten Beratung entließ. Denn vorher hatte ich mir keinerlei großartigen Gedanken gemacht. Ich liebe es mittlerweile, von einem Tag zum nächsten zu denken – maximal!

Die ersten Ideen und Pläne zur Great Ocean Road reichen zurück ins Jahr 1864 mit der Intention, die zahlreichen kleinen Dörfer und Fischerstädtchen miteinander zu verbinden. Konkret wurde es dann aber erst nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1918. Es klingt ein wenig skurril, aber der Bau wurde von ca. 3.000 heimkehrenden Soldaten durchgeführt, für die dies mehr oder weniger als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme diente. Doch die Great Ocean Road ist heute, und wurde damals von den Kameraden auch als Kriegsdenkmal für die Gefallenen des Krieges gebaut. Die Strecke ist quasi eines der größten Kriegsdenkmäler weltweit und ich muss sagen, sicherlich auch das Schönste, das ich bisher gesehen habe. Unter anderem ist auch ein Memorial Arch errichtet, auf dem die Worte „Great Ocean Road“ zu lesen sind.

Beendet wurden die Arbeiten im Jahr 1932, weil insbesondere die Strecke zwischen Lorne und Apollo Bay eine Herausforderung war. Für mich war dieses Stück der Straße definitiv auch das Schönste und ich kann durchaus verstehen, warum es sich schwierig gestaltete, in diese Geografie und Geologie eine Straße zu bauen.

Die Strecke startet also in Torquay – dort bin ich ein wenig am Strand entlang gelaufen, habe unzählige Bilder geschossen und bin dann langsam weitergetuckert. Hier war definitiv der Weg das Ziel und ich wollte maximal bis Apollo Bay fahren. So weit bin ich aber gar nicht gekommen sondern bin, nachdem ich durch Anglesea und Lorne gefahren bin, in Kennet River auf den Campingplatz gefahren. Und: Alles richtig gemacht! Hier wohnen die Koalas direkt über einem und einer ist mir fast ungefragt ins Handschuhfach gehüpft J Eigentlich pennen die Kollegen ja nur, aber einer hat gerade den Baum gewechselt als ich direkt daneben stand – sehr amüsant! Zuvor hatte ich das Telefon heißlaufen lassen, allerdings für das Schießen von Fotos (ich habe ja seit dem Kamikaze-Canyoning keine Kamera mehr). Schon der erste Teil der Great Ocean Road hat mich total von den Socken gehauen – es ist einfach wunderwunderschön. Deswegen: Schluss jetzt hier, schaut euch einfach die Fotos an!