Wer sich gefragt hat, warum China seit kurzem nicht mehr bevölkert ist, der findet hier die Erklärung dafür: Alle Chinesen sind in Australien auf der Great Ocean Road. ALLE! Deswegen ist China komplett leer, die sind gemeinsam nach Australien gefahren und belagern dort die Aussichtspunkte der 12 Apostel, der London Bridge etc. Gleiches gilt übrigens für die Japaner.

Und sie kommen nicht leise von hinten angeschlichen, nein, ganze Ladungen von Asiaten werden aus riesigen Bussen ausgespuckt und sie rasen dann in einer unfassbaren Lautstärke auf die Sehenswürdigkeiten zu. Denn Chinesen und Japaner gibt es nicht im Einzel- oder Doppelpack, die gibt es erst ab einer Mindestgröße von zehn in einer Packung, da bin ich sicher. Und dann schlagen sie wie wild mit ihren Selfie-Sticks um sich, machen Trillionen von Fotos mit iPhones, iPads und ich bin mir auch sicher, dass sie Bilder direkt mit dem Mac machen würden, wenn man sie ließe.

Passé war also meine Vorstellung von einer entspannten und ruhigen Besichtigung der Sandsteinformationen entlang der Strecke zwischen Apollo Bay und Warnambool. Von den 12 Aposteln sind nur noch acht übrig – der Rest ist bereits im Meer versunken. Ich glaube ja, dass die Türme aus Schreck vor den Chinesen in sich zusammengefallen und vom Ozean verschluckt worden sind. Aber Scherz beiseite: Es war wirklich sehr, sehr schön und die Formationen sind – auch mit Chinesen – sehr beeindruckend. Und: Man kann die Chinesen immer sehr gut als Fotografen für eigene Fotos missbrauchen, sie geben sich extrem viel Mühe damit und machen sicherheitshalber zehn Fotos von ein und demselben Motiv.

Am Abend fuhr ich dann bis Port Fairy um am Folgetag den weiten Weg nach Adelaide anzutreten, um meine alte Studienfreundin Vivien zu besuchen und dort die letzte Etappe meines Kurzurlaubs zu absolvieren.