Kangaroo Island sollte mein letztes großes Highlight meiner Australien-Tour werden – und das wurde es auch! Am zweiten Tag war das Wetter zwar alles andere als gut, aber am Ende war das halb so wild. Nur etwas schade… Früh ging es am ersten Tag des Zweitages-Ausflugs los und Vivi brachte mich um unchristliche 05:45 Uhr zum Busbahnhof nach Adelaide und ich entdeckte schon ein paar meiner Mitstreiter (und ein paar Leute, die Gott sei Dank mit einer anderen Gruppe unterwegs waren…).

Zunächst ging es mit dem Bus zwei Stunden lang nach Cape Jervis um dort die Fähre nach Penneshaw auf Kangaroo Island zu nehmen. Es war sehr amüsant, die Leute beim doch recht wilden Seegang auf Deck zu beobachten J

Kangaroo Island ist die drittgrößte Insel Australiens (nach Tasmanien und XXX) und insgesamt 145 km lang und bis zu 57 km breit – also gar nicht so klein und wir wollten ja auch ordentlich was sehen. Die Hauptstadt dieser kosmopoliten Insel ist Kingscote und beherbergt mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung – ca. 1700 Einwohner. Es tobt also nicht unbedingt der Mob auf Kangaroo Island und das ist auch gut so! Die Insel wurde vor ca. 10.000 Jahren vom Festland getrennt und ist deshalb von der Bevölkerung europäischer Tier- und Pflanzenarten „verschont“ geblieben, sodass Flora und Fauna intakt sind und man entsprechend viele Tiere ziemlich leicht entdecken kann – der Name ist Programm: Kängurus an jeder Ecke. Und sogar ein Schnabeltier haben wir gesehen, das sonst kaum noch zu finden ist.

Kate, unser Guide, holte uns mit dem Kangaroo Island Adventure Tours Bus (www.kiadventuretours.com.au) ab und wir waren mit ihr insgesamt zwölf Leute auf der Tour – eine ziemlich perfekte Größe! KI Adventure Tours sind, wie der Name schon sagt, eher auf Abenteuer ausgelegt und deshalb hatte ich mich auch für sie entschieden. Gut, meine Definition von „Abenteuer“ würde etwas weiter gehen, aber das Programm klang vielversprechend. Der erste Stop war etwas skurril und latenter Touristennepp – es ging zu „Rob´s Sheep Shearing Farm“ und Rob hat uns seine Schafe gezeigt und während seiner (O-Ton: Show) innerhalb von 3,5 Minuten ein Schaf für uns geschoren… So so. Nach dieser etwas merkwürdigen Episode ging es weiter zur Seal Bay und das war echt sehr cool! In Peru hatte ich schon einige Seelöwen und Robben gesehen, aber nie so nah. Die Kollegen haben „nur“ die Haie als natürliche Feinde und auf der Insel hängen sie entspannt ab. Man darf mit einem Ranger an den Strand und kommt wirklich recht nah ran und kann den Tieren zusehen – meist beim Nichtstun… Oder die Herren Alpha-Tierchen beißen sich gegenseitig die Flossen ab oder wenn man Glück hat taumelt der Nachwuchs gerade vollkommen überfordert aus den Fluten. Sehr süß!

Im Anschluss ging es zum Sandboarden! Auch hier hatte ich ja schon Erfahrung aus Peru und es war sehr witzig, mal wieder mit dem Board die Dünen runterzujagen, jedoch auf dem Bauch liegend – wobei es tatsächlich ein Mal im Stehen geklappt hat, leider ohne Beweisfoto.

Am Abend kamen wir an unserer Unterkunft in Vivonne Bay an und wer Lust hatte, konnte noch MTB fahren, kajaken oder sonst was tun. Ich entschied mich für „sonst was“ und setzte mich mit der netten schwedischen Familie und einem Cooper´s Pale Ale aufs Sonnendeck (leider ohne Sonne) und gab mich dem Nichtstun hin. Und obwohl die Nacht in einem Dorm (mit weiteren vier Leuten) verbracht wurde, habe ich um 21:23 Uhr die Augen zugemacht und mich zehn Stunden lang von den Strapazen des Tages erholt J