Die Delfine von Monkey Mia sind mittlerweile nicht nur australienweit, sondern weltweit bekannt. Ein allmorgendliches Schauspiel ereignet sich jeden Tag nach einem genauen Ablauf in Monkey Mia. Begonnen hat die Geschichte Anfang der 1960er als eine Urlauberin Delfine am Strand fütterte, die dem Fischerboot ihres Mannes gefolgt waren. In den darauffolgenden Jahren und bis heute breiteten viele Forscher ihre Untersuchungen über die in Monkey Mia lebenden Bottlenose Delfine aus und es entstand ein Ritual. Einige der dort lebenden Säuger (die bis zu 39 Jahre alt sind und seit Jahren an den Strand kommen) lassen sich jeden Morgen gegen 08:00 von den Rangern vor Ort füttern und ziehen damit eine Masse an Menschen an. Wann kann man Flipper schon mal aus derart nächster Nähe begutachten?

Wir fanden die Delfine auch wirklich toll, hatten aber das allererste Mal seitdem wir hier sind, den Eindruck, dass es doch sehr touristisch aufgemacht ist und sich natürlich auch zig andere Leute die freundlichen Tiere anschauen wollten. Deswegen haben wir uns auch nur die erste Fütterung direkt um 08:00 Uhr angeschaut und haben die zweite und eine eventuelle dritte Fütterung ausgelassen. Außerdem hatten wir noch einen strammen Tag vor uns: Eine Allradtour in den Francois Peron-Nationalpark, den wir ja gestern schon zu einem kleinen Teil am Vortag mit Capes kennenlernen durften. Wir wollten zum ersten Mal ernsthaft unseren Allrad-Camper testen und ganz bis in den Norden zum Cape fahren – und zwar auf ziemlich sandigen, knallroten Pisten! Abenteuer, here we come!

Kleiner Exkurs vorab: Am Morgen haben wir so gelacht! Dieses Land ist ein öffentlicher Freiluftzoo. Auf dem Campingplatz in Monkey Mia teilt man sich seine Unterkunft quasi mit den dort ansässigen Emus. Die laufen dort überall herum. Als wir gerade zurück von der Delfinschau kamen, rannte ein Emu auf den frisch gedeckten Frühstückstisch unserer Nachbarinnen zu und schnorrte sich eine Packung Kekse oder Brot. Das sahen zwei seiner Kollegen, die sich daraufhin auch mit einem Affenzahn auf den Tisch der beiden armen Mädels stürzten. Die wussten sich dann nur noch mit ihrem Campingstuhl zu verteidigen. Danach kreisten die drei Vögel noch eine ganze Weile immer um den Camper der Mädels herum, die ihr Essen dann aber erfolgreich verteidigen konnten :-D

Zurück zum Ausflug in den Nationalpark: Unsere erste Aufgabe am Eingang war es, die Luft aus den Reifen zu lassen. Das ging schon einmal recht problemlos, dort gibt es direkt die notwendige Einrichtung dafür. Los ging es also und es klappte erstaunlich gut – Gott sei Dank. Unser Apollo Camper leistete uns wieder, wie schon bisher auch, absolut gute Dienste. Holprig ging es über die ziemlich sandigen Pisten und wir hatten unseren Heidenspaß ;-)

Dazu wurden wir immer wieder mit tollen Ausblicken, farbreichen Kontrasten und schönsten Stränden belohnt. Und an jedem Strand mussten wir auch dringend ins Wasser, es waren ja wieder schlappe 48 Grad und in der heißen Luft ohne wirklichen Schatten im Park war es einfach nicht auszuhalten.

Im Nationalpark leben verschiedensten endemische Tierarten, allerdings sind diese durch „eingebürgerte“ Tiere wie Kaninchen, Katzen und Füchse bedroht. Deswegen wird das Gift 1080 in Form von kleinen Würsten ausgelegt, damit sich der ursprüngliche Zustand des Parks wieder herstellen kann. Insgesamt werden in Australien durch die europäischen Tierarten ca. 75 Mio. andere Tiere am Tag getötet, was das natürliche Gleichgewicht vor Ort vollkommen durcheinander bringt. Das Projekt, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, heißt „Project Eden“ Kann man im Detail nachlesen ;-)

Ansonsten: Es war ein toller Tag in einem Backofen, in absoluter Einsamkeit (wir haben nur noch zwei weitere Wagen und eine geführte Gruppe gesehen) und mit unserem zuverlässigen, fahrenden Hotel, das nicht ein einziges Mal aufgemuckt hat!