Melbourne und ich sind nicht so richtig warm miteinander geworden. Woran lag es? Nicht an der Stadt, da bin ich mir sicher! War ich noch zu verwöhnt von Sydney? Oder war ich einfach etwas müde und habe der 4,25 Mio. Einwohner Metropole gar nicht erst die Chance gegeben, mich vom Hocker zu hauen? Immerhin wurde sie mehrfach und zuletzt 2014 vom The Economist zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt. Vielleicht lag es auch am 8-stündigen Trip, den ich mit meinem Juicy Camper hinter mir hatte. Man weiß es nicht…

Ich hatte mir ein Hotel in St. Kilda, am südöstlichen Stadtrand der Hauptstadt Victorias genommen und damit alles richtig gemacht. Hotel war gut, eigenes Bett war gut, eigenes Bad war gut – Privatsphäre haben war auch gut. Dazu ist St. Kilda das Schanzenviertel Melbournes und am Montag noch Feiertag (ich bin Sonntagabend angekommen) – entsprechend voll waren die Straßen mit Leuten, die aßen, tranken und feierten. Allein ist das nur irgendwie etwas doof und ich war nicht in der Stimmung für Smalltalk. Also holte ich mir eine echt leckere Portion Fish ´n Chips auf die Hand und setzte mich an die Bucht. Ach, irgendwie doch ganz nett hier.

Nachdem ich ausgeschlafen hatte in meinem Bett, ging es am nächsten Tag auf Stadterkundung – und das hatten sich gefühlt alle 4,25 Millionen Einwohner der Stadt auch gedacht. Es war überall brechend voll, insbesondere an den Promenaden des Yarra Rivers und in den Einkaufsstraßen. Die Geschäfte haben hier nämlich auch sonntags und am Feiertag geöffnet. Quasi ein verkaufsoffener Feiertag. Das ist wie am Samstagnachmittag in die Hamburger Innenstadt zu gehen. DAS MACHT MAN NICHT! Ich schlängelte mich also an den Massen vorbei, damit ich zumindest die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Circle Line (eine kostenlose, altertümliche Straßenbahn), die St. Patrick´s Cathedral, das EUREKA SkyDeck und die Flinders Station anschauen konnte. Und ich muss sagen, dass es insbesondere unten am Fluss wirklich sehr nett ist – es war nur so voll J

Also schnappte ich mir einen Boost-Smoothie (Strawberry Squeeze ist ganz klar mein Favorite), ergatterte eine Bank am Fluss und ließ einfach das Leben der Stadt an mir vorbeilaufen. Am späten Nachmittag machte ich mich dann wieder mit der Tram auf den Weg nach St. Kilda, schlenderte am Hafen rum und machte mich dann auf den Weg zu meinem ganz persönlichen Melbourne-Highlight: Ich ging zum Peruaner! Oh man, wie ich das peruanische Essen vermisse und das Restaurant hatte ich am Vorabend direkt beim Hotel um die Ecke entdeckt. Nach einem Pisco Sour, einer Inca Cola und einem hervorragenden Lomo Saltado ging ich dann doch ziemlich glücklich zurück ins Hotel und bereitete mich auf das nächste Highlight meiner Tour vor: Die Great Ocean Road!