Freitag sollte nun also unsere Tour gen Norden starten – erste Etappe: Perth – Cervantes mit ca. 220 km, nicht so arg viel, gut, zwei Mal Stau in Perth hatten wir nicht einkalkuliert. Denn wir wollten noch einen Zwischenstopp im Yanchep-Nationalpark machen, um uns die Koalas dort anzuschauen. Zudem hatten wir auch erst einmal ausgeschlafen und eingekauft. Einkaufen dauert irgendwie immer erstaunlich lang… man irrt durch den Supermarkt, sieht zig Dinge, will dann doch was anderes, sucht und dazu macht es Spaß zu schauen, was es hier in Australien so gibt. Plan für den Abend: Känguru-Steak und das fanden wir auch! Lecker! Am Ende war es Mittag, bis wir endlich auf dem Weg waren.

Aus Perth rauszukommen war etwas mühsam, da nach einem Unfall noch aufgeräumt werden musste. Nachdem wir allerdings den Unfallwagen gesehen hatten, waren wir dankbar, dass wir bisher vollkommen problemlos hier unterwegs waren und auch noch immer sind.

Im Yanchep-Nationalpark haben wir einen kleinen Stop eingelegt, schon hier hatten wir das Gefühl, dass es etwas wärmer war als im Süden – uff. In einem kleinen abgetrennten Bereich dieses Parks leben ein paar Koalas, die wir auch entdeckt haben… Tja, und wahrscheinlich hätten wir noch zwei Stunden dort stehen können: Das Fotomotiv hätte sich wohl nicht geändert. Auch wenn ich nicht an Reinkarnation glaube, aber in meinem nächsten Leben wäre ich gern ein Koala. Eukalyptusblätter sind sicherlich nicht die schlechteste Nahrung und diese Tiere hängen im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur ab. Bloß nicht bewegen, man könnte ja Kalorien verbrennen. Früher durfte man die Tiere streicheln, aufgrund des Stressfaktors ist dies aber nun verboten: Kein Wunder, wer so viel Wert auf Schlaf legt, hat keine Lust, sich andauernd antatschen zu lassen – richtig so! Süß sind sie aber, die kleinen Pelze.

Nach einer Stärkung (es gab wieder ein leckeres Mittagssandwich) ging es weiter Richtung Cervantes bzw. Nambung-Nationalpark, wo wir das Pinnacles Desert mit seinen Kalksteinsäulen anschauen wollten. Was uns da erwarten würde, hatten wir uns im Vorhinein nicht genau angeschaut und das war vielleicht auch besser so: Die Wüste ist bisher definitiv eines unserer Highlights und die Kameras liefen heiß. Vollkommen bizarr ist diese Landschaft. Der Nambung-Nationalpark besteht aus 175 qkm Fläche, aber nur 4 qkm nehmen die Pinnacles ein – aber selbst das ist groß genug, damit es vollkommen abgefahren aussieht. Erinnert hat mich das ganze an ein Gemälde von Dalí, einige Pinnacles auch an Bauwerke von Gaudí.

Im Pinnacles Desert findet man Tausende von bis zu 4 m hohen Kalksteinsäulen, die über Jahrtausende durch das Zusammenspiel von Regen, Wind und Temperaturen entstanden sind. Man kann mit dem Auto hindurch fahren, was absolut empfehlenswert ist! Wir waren gegen 17 Uhr dort und haben somit auch die Abendstimmung miterlebt, was in dem tollen Licht und beim Sonnenuntergang wirklich atemberaubend war. Und als riesige Belohnung liefen durch die skurrilen Steine dann auch noch zwei Emus hindurch – ganz im Ernst: Es war komplett wie auf einem anderen Planeten. Setz ein Kind dort aus und sag ihm, es wäre auf dem Mars, funktioniert!

Am Ende wurde es ziemlich windig und wir steuerten kurz vor Einbruch der Dunkelheit unseren Campingplatz an – Cervantes hat nicht wirklich viel zu bieten und wir hatten ja extra Känguru-Steak im Supermarkt gekauft, das wollte noch gegrillt werden. Und auch hier, wie bisher fast alles seit unserer Ankunft: Wir sind begeistert! Sehr fettarm, zart… die armen Tiere, aber sie sind wirklich lecker!

Und morgen: Laaaaaanger Fahrtag hoch zum Kalbarri-Nationalpark (aus dem wir gerade kommen während ich diesen Text schreibe. Schon jetzt sei gesagt: HAMMER beeindruckender Park!!!).