Logo Dirty DetoursAm Mittwoch waren wir Mountainbike fahren – mit Rob´s und Tamara´s „Dirty Detours“ (www.dirtydetours.com) in Margaret River. Denn: Wenn man in dieser wirklich tollen Weinregion ist, dann muss man in jedem Fall an einer Weinprobe teilgenommen haben und wir wollten nicht als „Window Lickers“ mit dem Bus durch die Region gekarrt werden. Stattdessen sind wir extra einen Tag länger in Margaret River geblieben, damit wir die „Sip´n Cycling”-Tour von Dirty Detours mitmachen konnten.

Erwartet haben uns zunächst einmal Rob (der Eigentümer), unsere Weggefährten Jonathan und Kelly aus Perth, Damian und Anna aus Manchester und Sandra und Sue, ebenfalls aus England, und: Paul! Paul war unser Guide und ich habe ja schon einige Guides kennenlernen dürfen: Paul gehört definitiv zu denen, mit denen man sofort wieder jegliche Art von Tour machen würde.

Nach einer kleinen (Sicherheits-) Einweisung für die Räder ging es schon los – erster Stop: Kängurus, die am Wegrand dösten. So nah waren wir bisher noch nicht an die Tiere gekommen und die drei waren kaum scheu und wir konnten ein paar Bilder machen. Paul wusste schon da viel zu berichten, auch über einen Korkbaum – da würde er ja gern mal ein riesiges Barbecue machen, Kängurusteak grillen (wir waren gerade wieder bei den Kängurus weggefahren) und seine ganze Nachbarschaft einladen. Wir merkten schnell: Paul mag seine Nachbarn, er mag Barbecues und ganz besonders mag er den Korkbaum (den er auch gern umarmen würde…).

Insgesamt steuerten wir vier Weingüter an: Schon beim ersten wurden wir quasi dazu “gedrungen”, sechs der dort produzierten Weine zu verköstigen… drei Mal weiß, drei Mal rot. Zitat des jungen Herrn, der uns durch die Weinprobe führte: „A characteric of Margaret River wines is that they are usually not heavy at all – it´s real easy drinking!“ Gut, real easy drinking, wir wollten aber nachmittags noch weiter nach Albany fahren. Also haben wir zwangsweise halblang gemacht und geflissentlich einiges an Wasser in unseren Gläsern gelassen, damit nicht exzessiv und sehr gastfreundlich nachgeschüttet wurde. Unsere Mitradler haben sich aber ganz und gar dem „real easy drinking“ verschrieben und wurden immer redseliger :-)

Bei der Fahrt durch die Weinberge erklärte uns Paul viel über die Region und den Wein, aber eben auch viele private und lustige Dinge, sodass es bei dieser Tour kein Abspulen von Wissen gab, sondern extrem viel Situationskomik. Aber hier mal ein paar Fakten: In Margaret River wird erst seit 1967 Wein angebaut und nur 3% des australischen Weins wird hier produziert – allerdings 20% des australischen Premiumweines und das schmeckt man auch. Ein Schnapper ist so ein Wein allerdings nicht. Margaret Rivers Geheimnis – mittig in der „Cape-to-Cape“-Route liegend, ist das maritime Klima. Es gibt keinen Frost und keine extremen Temperaturen, sodass die Trauben ohne große Schwankungen reifen können. Sogar Louis Vuitton besitzt hier einen Weinberg, den wir uns angeschaut haben.

Besonders luxuriös und beeindruckend war das „Watershed“ Anwesen mit einem hervorragenden Restaurant, aber am besten hat uns das letzte gefallen: Stella Bella. Wieder einmal waren alle unfassbar nett, wir saßen mit einem riesigen und mega leckeren Antipasti-Teller im Garten, spielten mit dem Labrador der Besitzer und tranken noch einen kleinen Schluck. Da die Leute dort so nett und aufmerksam waren, bekamen sie auch mit, dass Stefan und ich eigentlich noch am selben Tag weiter Richtung Süden bis Albany fahren wollten… Dem wurde leider ein Strich durch die Rechnung gemacht. Beim Gewitter des Vorabends ist durch einen Blitzeinschlag ein riesiges Buschfeuer verursacht worden – so groß, dass es Richtung Süden kein Durchkommen gab. Straßen waren gesperrt, einige Orte komplett evakuiert und es war fraglich, ob wir in den Folgetagen eine Chance hätten, bis Albany und Esperance durchzukommen. Schweren Herzens haben wir uns dann entschieden, die Tour durch den Süden zu beenden und zurück nach Freemantle zu fahren, um von dort die Tour in den Norden zu starten.

Noch einmal an dieser Stelle: Thank you Rob, and especially Paul, for this wonderful tour through the gorgeous Margaret River region – we had a blast!