Ich bin ja durchaus Hardcore-Tourist, wenn es sein muss. Insbesondere all das, was es mir ermöglicht, eine Stadt aus der Vogelperspektive anzuschauen, wird in der Regel gemacht. In Sydney kann man das von verschiedenen Gebäuden aus machen – am besten vom Sydney Eye Tower oder von der Harbour Bridge. Montagmorgen war also der Skytower dran. Hier kann man entweder nur auf das Observation Deck oder man kann sich an einen Karabiner mit Leine ketten lassen und einmal draußen um die Plattform laufen… Na, wenn schon, denn schon!

Der Sydney Skytower ist insgesamt 309 m hoch, die Aussichtsplattform liegt auf ca. 250 m. Dieser Turm ist damit der zweithöchste Fernmeldeturm auf der Südhalbkugel – nach dem von Auckland (auf dem ich merkwürdiger Weise nicht war). Lachhaft gegen Gebäude wie die Petronas Twin Towers z.B., aber es muss ja nicht immer „höher, schneller, weiter“ sein.

Online hatte ich meine Tour für Montagmorgen um 10 Uhr gebucht – damit habe ich meinen eigenen inneren Schweinhund überlistet, der mich sonst sicherlich nicht an den Skytower, sondern an die unfassbar gemütliche Hotelmatratze gekettet hätte. Hoch ging es zunächst in den 5. Stock zur „Rezeption“. Von dort ging es zu einem kleinen Kinosaal – hier, so hatte ich vorher gelesen – sollte ein 5-minütiger Film in 3D abgespielt werden, in dem man virtuell um den Ayers Rock läuft, surfen geht und einige weitere Sehenswürdigkeiten des Kontinentes abklappert. Wenn es denn sein muss… Und: Ich war extrem positiv überrascht! Der Film machte so viel Lust auf dieses Land und war sehr gut gemacht!

Gut gelaunt fuhr ich also 40 Sekunden mit dem Lift auf das Observation Deck und wurde gleich gebeten, all meine Habseligkeiten, die runterfallen könnten, wegzuschließen. So auch meine Kamera – was sicherlich ganz gut war, so habe ich sie nicht schon in Sydney verloren (Details dazu folgen). Danach wurden wir (eine weitere alleinreisende Dame Anfang 60 und zwei junge Schwestern) in einen Anzug gesteckt, Geschirr umgeschnallt und weiter ging es. Für meine Sonnenbrille bekam ich extra so ein Festhalteband, damit sie bloß nicht runterfällt. Als ob die mich kennen würden… Und dann ging die Tür auf, der Wind blies uns ins Gesicht und…. Die eine der beiden Schwestern wurde ziemlich bleich und ich hoffte nur, dass der Wind nicht aus entgegengesetzter Richtung kam. Aber sie hatte sich im Griff.

Raus ging es und es war atemberaubend! Nicht nur, weil es windig war, sondern weil man in der Tat einen 360 Grad Panoramablick über die gesamte Stadt hat. Und kaum waren wird draußen am Geländer, fiel mir natürlich doch etwas herunter – obwohl wir ja alle Habseligkeiten wegschließen mussten. Erst fiel eines meiner Gläser der Sonnenbrille auf das Gitter unter mir und ich konnte es gerade noch so zu fassen bekommen (und genau damit die Leute so etwas nicht machen und anfangen, auf 250 m rumzukaspern, muss man alles wegschließen) und dann sah ich auch noch die Schraube hinuntersegeln, die ich leider nicht davon abhalten konnte, Sekunden später auf dem Gehweg zu landen… Dumm gelaufen. Aber auch in Sydney gibt es Optiker, die die Brille nach der Tour wieder richteten.

Wie dem auch sei, der Blick auf die Stadt war der Hammer, auch die Schwestern konnten den Anblick am Ende mehr oder minder genießen und ich habe dann, weil wir ja keine Kamera mitnehmen durften, die sauteuren Fotos nach der Tour gekauft (zu einigen der Posen wurde ich gezwungen!!!). Et voilà!

 

P.S: Der Skywalk gehört zu Merlin Entertainments, die machen auch Madame Taussauds und hatten Bruce ebenso zum Skywalk eingeladen!